«Graziano hat den Betrieb bereits an seine Söhne übergeben. Voll von Aromen sind seine sortentypischen Weine geblieben.»

Quelle: Cristian Specogna
Cristian Specogna
Michele Specogna

Der Vater von Graziano Leonardo hat sein Geld noch in der Schweiz verdient, bevor er sich einer kleinen Landwirtschaft in den Hügeln von Rocca Bernarda widmete – Kühe, etwas Mais und Wein.

Graziano legte dann den Schwerpunkt auf die Weinberge – die berühmten Lagen von Bernarda eigneten sich dafür – und baute in den letzten 20 Jahren ein Musterweingut auf, das sich um fast alle Traubensorten des Friaul kümmert. Die Passion des Weinmachens hatte ihn gepackt und mit unglaublich gutem Gefühl kelterte Graziano aromareiche, kraftvolle Weissweine und Rotweine mit wunderbarer Fruchtigkeit und natürlicher Harmonie.

Dazu ist er der grosse Motor im Gebiet und fördert als Botschafter des Friaul in Italien und im Ausland nicht nur die Kenntnisse der Weinregion sondern auch der vielen landwirtschaftlichen Produkte und der alpinen, österreichisch angehauchten Küche.

In den letzten Jahren wurde ein avantgardistischer Keller gebaut, der zwischen grosser Innovation und Tradition pendelt. Bei Specogna findet man keinen Konzentrator, doch einen Traubentrocknungsraum, um in schlechten Jahren den Weinen unter Zugabe von angetrockneten Trauben mehr Kraft zu verleihen. Die Stahltänke für die Weissweingärung sind bis ins Detail ausgeklügelt und mit Erfahrung der letzten 20 Jahre Arbeit angereichert.

Graziano hat damit die Aufbauphase des Weinguts hinter sich und überlässt das Feld seinen beiden Söhnen Cristian und Michele, beide gut ausgebildet und bereit, auf dem starken Fundament des Vaters das Weingut weiterzuentwickeln. Hier hat die neue Generation übernommen, der Vater steht mit seinem weisen Rat in der Nähe und freut sich mit Humor, dass seine beiden Söhne das Ganze vielleicht noch besser machen als er. Die Söhne haben mit den drei Toppweinen Oltre, Duality und Identità wieder die autochtonen Sorten wie Pignolo, Refosco, Ribolla aber auch den schon lange heimischen Sauvignon ins Zentrum gerückt.

Die Weiss- und Süssweine sind durch Ausbau mit Maischekontakt voller Aromen und substanzreich. Der Pinot grigio hat deswegen eine leicht rosa Farbe, ungewohnt und überraschend. Der Tocai ist die Hauptsorte des Friaul und ihm hat Graziano immer grösste Beachtung geschenkt. Er überzeugt durch Würzigkeit und Kraft und duftet nach Wild-Pfirsichen, Wiesen- und Heublumen.

Stolz ist Graziano aber vor allem auf seine beiden friulischen Süssweinspezialitäten Verduzzo und Picolit. Der Picolit aus alten Reben in den legendären Lagen von Rocca Bernarda hat eine saftige Süsse und zeigt Aromen von frischen  Birnen und Blumen. Er kann gut reifen und bekommt nach zehn Jahren eine feine Würze von Honig, Nüssen und Birnen – der grosse Süsswein Nord-Italiens.