
Domaine de Beudon
Fully, Wallis, Schweiz
Domaine de Beudon ist eines der aussergewöhnlichsten Weingüter der Schweiz. Die Reben liegen hoch über Fully auf einem abgelegenen Plateau und sind nur zu Fuss oder mit einer kleinen Seilbahn erreichbar. Marion Granges-Faiss und ihre Tochter Séverine führen den biodynamischen Betrieb weiter, den Marion und Jacques Granges seit den 1970er-Jahren aufgebaut haben: alpine Weine mit wilden Kräutern, Mineralität, Frische und einer Energie, die man nicht in jedem Glas findet.


Willkommen in Beudon, wenn man denn oben ankommt. Die Reben erreicht man nur zu Fuss oder mit der kleinen Seilbahn.
Die Reben im Himmel
Domaine de Beudon liegt hoch über Fully, auf der rechten Seite des Rhonetals, am Fuss des Grand Chavalard. Die Reben kleben nicht einfach ein bisschen am Hang, sie liegen auf einem abgelegenen Plateau über dem Tal. Auf den Etiketten steht deshalb nicht zufällig «Les vignes dans le Ciel», die Reben im Himmel.
Hinauf kommt man nur zu Fuss oder mit einer kleinen privaten Seilbahn. Wer Beudon besucht, versteht schnell: Hier oben macht man Wein nicht aus Bequemlichkeit. Der Weg ist steil, die Arbeit umständlich, die Aussicht grossartig. Und wenn man nach einer Stunde Marsch oben steht, schmeckt sogar Wasser plötzlich wie ein Grand Cru.
Jacques und Marion Granges übernahmen Beudon 1971. Schritt für Schritt verzichteten sie auf synthetische Mittel, zuerst in den abgelegenen Rebbergen von Beudon, ab 1991 im ganzen Betrieb. Seit 1993 wird biodynamisch gearbeitet. Damit gehörten Jacques und Marion zu den frühen Pionieren der biodynamischen Landwirtschaft in der Schweiz.
2016 verunglückte Jacques Granges bei der Arbeit in den steilen Rebbergen tödlich. Seither führen Marion Granges-Faiss und ihre Tochter Séverine die Domaine weiter. Das ist mehr als eine organisatorische Nachfolge. Es ist die Fortsetzung einer Haltung: sanfte Landwirtschaft, Biodiversität, Respekt vor dem Ort und Weine, die nicht auf Norm getrimmt sind.
Die Bewirtschaftung ist auf geringe Erträge, lebendige Böden und möglichst wenig Eingriffe ausgerichtet. Im Keller wird mit einheimischen Hefen gearbeitet, die Weine werden nicht filtriert. Das Weingut selbst betont, dass biodynamischer Anbau, kleine Ernten, indigene Hefen und Nichtfiltration den Weinen Qualität und lange Lagerfähigkeit geben. Man kann sie jung trinken, aber Warten lohnt sich.
Beudon spricht tatsächlich eine andere Sprache als viele Walliser Weine. Fendant, Petite Arvine, Riesling-Sylvaner, Johannisberg, Gamay, Pinot Noir, Diolinoir oder Humagne Rouge wirken hier nicht glatt oder technisch, sondern würzig, frisch, kräutrig und manchmal fast schwer einzuordnen. Das ist kein Fehler. Das ist Beudon.
Vielleicht haben diese Weine deshalb früh den Weg ins Ausland gefunden. Sie zeigen eine Schweiz, die nicht brav und sauber gebügelt schmeckt, sondern alpin, lebendig und eigenständig. Weine wie von einer anderen Welt also. Nur dass diese andere Welt oberhalb von Fully liegt.
Typische Produkte dieses Produzenten

