Guido Gobino

Torino, Piemonte, Italien

Guido Gobino steht für Turiner Schokolade mit grosser Präzision: Giandujotti, Tourinot, Cremini, Tafeln und piemontesische Haselnüsse, verarbeitet mit viel handwerklichem Können und einem sehr feinen Gespür für Balance. Inzwischen ist mit Pietro Gobino die nächste Generation im Betrieb. Er bringt neue Impulse bei Technik, Nachhaltigkeit und Zukunftsfragen, ohne die Turiner Schokoladentradition zu verwässern.

Piemontesische Haselnüsse, sorgfältige Röstung und Schokolade mit feinem Schmelz: Bei Gobino beginnt der Genuss nicht beim Zucker, sondern beim Rohstoff.

Schokolade aus Turin, aber bitte richtig

Guido Gobino ist einer dieser Menschen, bei denen man schnell merkt: Hier geht es nicht einfach um Süssigkeiten. Es geht um Kakao, Haselnüsse, Textur, Schmelz, Handwerk und diese Turiner Fähigkeit, aus wenigen Zutaten etwas sehr Verführerisches zu machen.

Die Geschichte der Familie beginnt 1964 mit Guidos Vater Giuseppe. Aus dieser ersten Generation entwickelte Guido Gobino eine der prägenden Schokoladenmanufakturen Turins. Heute spricht das Unternehmen selbst von drei Generationen Schokolade: Giuseppe, Guido und Pietro.

Turin ist für Schokolade nicht irgendein Ort. Die Stadt spielte eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Schokolade in Italien und wurde berühmt für Gianduja, jene Mischung aus Kakao und fein gemahlenen piemontesischen Haselnüssen. Was ursprünglich auch aus der Not entstand, weil Kakao knapp und teuer war, wurde zu einer der schönsten Ideen der Schokoladengeschichte. Manchmal hilft Mangel also doch, solange Haselnüsse aus dem Piemont in der Nähe sind.

Guido Gobino hat diese Tradition nicht einfach konserviert, sondern verfeinert. Besonders bekannt ist der «Tourinot», seine kleine, präzise Interpretation des Giandujotto. Er wiegt nur wenige Gramm, zeigt aber sehr genau, worum es bei guter Gianduja geht: intensive Haselnuss, feiner Kakao, Schmelz, Balance und keine klebrige Süsse, die alles zudeckt.

Auch die grossen Tafeln mit Milchschokolade und piemontesischen Haselnüssen gehören zu diesen Produkten, bei denen man besser nicht behauptet, man esse nur ein kleines Stück. Man bricht sich mit dem Messer ein Stück ab, dann noch eines, dann wird es plötzlich still am Tisch. Das ist meistens ein gutes Zeichen.

Inzwischen ist auch Pietro Gobino, Guidos Sohn, im Betrieb. Er ist 2021 eingestiegen und bringt neue Impulse mit, besonders bei technologischer Innovation und Nachhaltigkeit. Dazu gehört auch, dass Gobino einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht und ein ESG-Team aufgebaut hat. Das klingt nüchtern, ist aber wichtig: Gute Schokolade braucht nicht nur gute Haselnüsse und Kakao, sondern auch eine Vorstellung davon, wie man morgen noch sauber weiterarbeiten kann.

Bei Gobino treffen also drei Dinge zusammen: die Turiner Schokoladentradition, Guidos enorme sensorische Erfahrung und Pietros Blick nach vorne. Das Resultat sind Schokoladen, die nicht protzen müssen. Sie sind präzis, tief, fein und gefährlich leicht zu verstehen.

Und ja: Guido ist schlank geblieben, obwohl er beim Kartenspiel offenbar gut und gerne eine ganze Tafel Schokolade vernichten kann. Wir haben daraus keine medizinische Empfehlung abgeleitet, aber als Hoffnungsschimmer taugt die Geschichte allemal.

Der Tourinot ist Gobinos kleine Hommage an die Gianduja-Tradition Turins: Haselnuss, Kakao und Schmelz auf engstem Raum.

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