
Cascina Falasco
Novara, Piemonte, Italien
Cascina Falasco liegt in Casalbeltrame, mitten im Reisanbaugebiet des Piemonts. Die Familie Cirio ist seit sechs Generationen im Reisanbau tätig und verbindet Landwirtschaft mit Forschung und Sortenzüchtung. Besonders bekannt ist sie für Riso Venere, den schwarzen Reis mit nussigem Geschmack und dem Duft von frisch gebackenem Brot.


In Casalbeltrame arbeitet die Familie Cirio seit Generationen mit Reis. Zwischen Feldern, Lager und Forschung entsteht hier mehr als einfach ein Grundnahrungsmittel.
Die Familie Cirio und ihr Reis
Im Herzen des piemontesischen Reisanbaugebiets liegt Casalbeltrame. Hier ist die Familie Cirio seit sechs Generationen im Reisanbau tätig. 1976 kaufte Giuseppe Cirio die Cascina Falasco, einen Hof mitten in den Reisfeldern. 1993 wurde der Besitz auf die heutige Grösse von rund 180 Hektaren erweitert.
Anfangs wurde vor allem Saatreis für andere Produzenten angebaut. Dadurch beschäftigte sich die Familie immer stärker mit der Erforschung und Züchtung neuer Reissorten. Gemeinsam mit anderen Produzenten gründete sie das private Forschungszentrum SA.PI.SE.
Eine glückliche Wendung ergab sich in den 1990er-Jahren, als der chinesische Reiszüchter Wang Xue Reng nach Italien kam. Zusammen mit ihm entwickelte man neue Sorten. Der grosse Durchbruch gelang mit der Kreuzung eines Carnaroli-Reises mit einem traditionellen schwarzen chinesischen Reis: So entstand der Riso Venere.
Riso Venere, der schwarze Reis
Mit dem Riso Venere entstand ein Reis, der geschmacklich eigenständig, charaktervoll und sofort erkennbar ist. Seine dunkle, fast ebenholzfarbene Schale entsteht durch eine natürliche Pigmentschicht. Der Reis wird nur entspelzt und nicht geschliffen. Er bleibt also ein Vollkornreis.
Die Entwicklung einer neuen Reissorte dauert Jahre. Zuerst werden Reissamen gekreuzt, danach werden die Pflanzen über mehrere Generationen selektioniert und im Anbau geprüft, bis eine stabile Sorte entsteht. Das geschieht ohne Gentechnik, sondern mit klassischen Kreuzungsverfahren. Durch Anbauversuche in Italien und auf den Philippinen konnte man mit zwei Aussaaten pro Jahr schneller vorankommen.
Schwarzer Reis hat in China eine lange Geschichte. Früher war er wegen seiner Seltenheit und geringen Erträge den höchsten Kreisen vorbehalten. Die Kreuzung mit einem italienischen Risottoreis brachte eine neue Sorte hervor, die aromatisch, schön im Korn und kulinarisch sehr vielseitig ist.
Beim Kochen duftet Riso Venere angenehm nach frisch gebackenem Brot. Nach rund 45 bis 50 Minuten bleibt das Korn al dente und zeigt einen intensiven, nussigen Geschmack. Man kann ihn ähnlich wie Risotto zubereiten oder als Wasserreis kochen. Wichtig ist nur, ihm genug Zeit zu geben. Schwarzer Reis ist kein Kandidat für Hektik, eher einer für ein gutes Essen mit etwas Geduld.
Apollo und Ermes
Neben dem Riso Venere hat Cascina Falasco weitere besondere Sorten entwickelt. Apollo ist ein aromatischer Reis, der an Basmati erinnert, aber aus italienischer Züchtung stammt. Er passt wunderbar zu Gemüse, Geflügel, Currys oder überall dort, wo ein duftiger, lockerer Reis gefragt ist.
Ermes ist ein roter Reis mit nussigem Charakter. Er ist etwas milder als Venere und erinnert entfernt an Wildreis. Auch er bleibt bissfest und eignet sich gut für Salate, Gemüsegerichte oder als Begleiter zu kräftigeren Speisen.
Cascina Falasco zeigt damit schön, dass Reis nicht einfach Reis ist. Und nein, das ist keine Ausrede, um drei Sorten im Vorratsschrank zu haben. Es ist eine ziemlich gute Idee.

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