Giovi di Giovanni la Fauci

Fondachello Valdina, Sicilia, Italien

Giovi di Giovanni La Fauci steht für kompromisslose Destillate aus Sizilien. Giovanni kennt die besten Maischen und Früchte rund um den Etna wie kaum ein anderer. Mit Christoph verbindet ihn seit rund 40 Jahren eine enge Freundschaft: Man hilft sich gegenseitig, Giovanni mit seinem Gespür für Produzenten und Rohstoffe, Christoph mit seinem Blick auf Wein und Kellerarbeit.

Feuer, Kessel und sehr viel Erfahrung: Bei Giovi wird nicht nach Schema gebrannt, sondern mit Nase, Geduld und einer ziemlich genauen Vorstellung von Geschmack.

Brennmeister mit Passion

Giovanni La Fauci, von allen Giovi genannt, ist einer dieser Menschen, die man nicht einfach über Produkte beschreiben kann. Man muss über Nase, Erfahrung, Freundschaft und eine fast unverschämte Neugier sprechen.

Mit Christoph verbindet ihn seit rund 40 Jahren eine enge Beziehung. Man hilft sich gegenseitig. Früher war es oft Giovi, der Christoph auf die spannendsten sizilianischen Produzenten aufmerksam machte. Nicht, weil er schöne Etiketten gesehen hatte, sondern weil er wusste, welche Maische von wem wirklich gut war und später den besten Grappa ergab.

Wenn Giovi sagte: «Den müsst ihr probieren, der arbeitet seriös», dann war das keine Verkaufsfloskel. Es war die Einschätzung eines Mannes, der Qualität schon riechen konnte, bevor der Wein überhaupt in der Flasche war. So wurde er für Christoph zu einem wichtigen Wegweiser in Sizilien.

Umgekehrt hilft Christoph Giovi bei Weinfragen im Keller. Denn Giovi liegt mit seinen Rebbergen am Etna nicht irgendwo, sondern in einer Gegend mit enormem Potenzial: alte Lagen, alte Reben, vulkanische Böden und dieser besondere Zug, den nur der Etna hat. Noch bringen Giovanni und sein Sohn Giuseppe dieses Potenzial nicht ganz so in die Flasche, wie es möglich wäre. Aber da liegt viel drin. Mal schauen, was die Zukunft bringt.

Giovis Destillerie ist aus reiner Passion entstanden. Angefangen hat er mit 48 Kilo Äpfeln. Daraus wurde über die Jahre eine eigene Brennerei, die sich mit den grossen Namen Norditaliens problemlos messen kann. Nur klingt es bei Giovi weniger nach glänzendem Showroom und mehr nach Werkstatt, Feuer, Versuch und Irrtum.

Der Brennapparat ist eigentlich nie ganz fertig. Immer wieder wird etwas umgebaut, angepasst, verbessert. Eine kleine Änderung hier, ein anderer Ablauf dort, immer mit dem Ziel, noch etwas mehr Präzision und Aromatik herauszuholen. Für Christoph ist Giovi deshalb auch ein starker Gegenpol zu den vielen modischen und kommerziell denkenden Grappaproduzenten Italiens.

Der konzentrierte Geschmack rund um den Etna

Giovannis Grappas setzen die jeweilige Maische erstaunlich klar in Aromatik um. Ausgesuchte Maischen aus typischen sizilianischen Traubensorten bilden den Kern seiner Arbeit. Dazu kommen Grappas, die Giovi für sizilianische Produzenten brennt, aber auch Destillate aus Maischen von Betrieben aus dem Norden. Entscheidend ist nie die Herkunft allein, sondern die Qualität des Ausgangsmaterials.

Noch besonderer sind seine Fruchtdestillate. Sie fassen Sizilien und vor allem die Region rund um den Etna in Aromen zusammen. Giovi sucht Früchte von Bäumen, die nicht einfach in Plantagen stehen, sondern aus besonderen Lagen kommen. Vulkanische Böden, alte Bäume, Sonne, Höhe und Wind geben diesen Früchten eine Intensität, die man im Destillat sofort spürt.

Es wirkt manchmal, als hätte Giovi jede Frucht eines Baumes im Gedächtnis gespeichert. Neben Äpfeln, Zwetschgen und Kirschen destilliert er auch typisch sizilianische Früchte wie Kaktusfeige und Granatapfel. Nicht jeder Versuch gelingt. Ganze Partien können unverkäuflich bleiben. Bei Giovi ist das kein Drama, sondern Teil des Weges. Wer nie etwas verwirft, sucht wahrscheinlich nicht ernsthaft genug.

Inzwischen ist auch Sohn Giuseppe voll in dieser Welt angekommen. Wie sein Vater ist er ein absoluter Feinschmecker und sucht kompromisslos nach besten Rohstoffen. Er reist nicht einfach dorthin, wo es bequem ist, sondern dorthin, wo er etwas lernen kann. Für seine Arbeit mit Kaktusfeigen ist er sogar nach Mexiko gereist, um besser zu verstehen, wie Mezcal funktioniert. Nicht um ihn zu kopieren, sondern um zu begreifen, wie man aus einer Pflanze, Feuer, Gärung und Geduld ein Destillat mit Seele macht.

Giuseppe ist zudem bei den jungen Wilden von Le Piane beratend dabei, einer Handvoll verrückter Geschmacks- und Traditionsaktivisten. Das passt zu ihm. Denn bei Giovi geht es nie nur um Alkohol. Es geht um Herkunft, Frucht, Handwerk und die Frage, wie viel Geschmack man aus einem Rohstoff herausholen kann, ohne ihn zu verbiegen.

Die Fruchtschnäpse von Giovi sind so intensiv, dass sie beim Einschenken einen ganzen Raum füllen können. Manchmal ist das Riechen fast ergiebiger als der Trunk. Aber eben nur fast.

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