Gregoletto

Conegliano Valdobbiadene, Veneto, Italien

Prosecco gibt es vor allem überall viel und billig. Immer wieder wird dieser Name von Skandalen durchgeschüttelt. Das alles kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das prickelnde Vergnügen, wenn alles gut gemacht wird, seinem alten Namen gerecht wird. Die Prosecco-Traube kommt in diesem perlend-frischen Getränk mit ihrer leicht aromatischen Note nach Blumen und frischen Äpfeln am besten zum Tragen.

Giovanni Gregoletto ist kein Winzer, der laut auftritt. Er ist einer, der bleibt.

In Premaor di Miane, mitten in den Hügeln von Valdobbiadene, arbeitet seine Familie seit Jahrhunderten mit Reben. Seit rund 400 Jahren ist der Weinbau hier kein Beruf, sondern Teil des Alltags. Giovanni führt dieses Erbe weiter, ruhig, konsequent und ohne jede Eile, sich dem Zeitgeist anzupassen.

Seine Weine entstehen aus dem, was da ist. Alte Reben, steile Lagen, viel Handarbeit. Gelesen wird von Hand, vinifiziert wird parzellenweise, und was in den Keller kommt, darf seinen eigenen Weg gehen. Neben den klassischen Prosecco-Stilen entstehen auch «col fondo» Weine auf der Hefe, Verdiso, Manzoni Bianco und einige wenige Rotweine.

Doch wer Giovanni Gregoletto begegnet, merkt schnell: Wein ist nur ein Teil seiner Welt.

Schon lange bevor Craft Beer zum Trend wurde, hat ihn die Welt von Malz und Hopfen fasziniert. 2012 gründete er seine eigene Mikrobrauerei «Birra Follina», mitten im Tal, das früher «Sanavalle» genannt wurde – das «gesunde Tal». Hier entstehen unfiltrierte, nicht pasteurisierte Biere belgischer Prägung, gebraut mit dem klaren Quellwasser der Region und gedacht für Menschen, die im Bier die gleiche Tiefe suchen wie im Wein.

Und damit nicht genug. Gregoletto bewegt sich seit jeher auch ausserhalb der klassischen Weinwelt. Er interessiert sich für Gestaltung, für Kultur, für das Zusammenspiel von Handwerk und Ästhetik. Projekte im Mode- und Designbereich entstehen nicht als Marketingidee, sondern aus Neugier und Freude am Experiment. Dinge ausprobieren, bevor man lange darüber spricht.

In seiner Cantina hat er zudem einen Ort geschaffen, der mehr ist als ein Weingut. Ein Raum für Trauben und Wein, für Erinnerungen, für Geschichten. Hier wird gelesen, diskutiert, musiziert. Wein ist für ihn nicht nur ein Getränk, sondern ein kulturelles Gedächtnis.

Der Betrieb Gregoletto geht zurück aufs Jahr 1600

Typische Produkte dieses Produzenten