La Fugascina

Mergozzo, Piemonte, Italien

La Fugascina aus Mergozzo ist ein Butterbiskuit mit grosser Tradition: knusprig, mürbe, duftend und voll im Geschmack. Der Forno wurde 1957 von Osiride Baroni und Giovanna Colombo übernommen, heute führen Patrizia und Giordano die Geschichte weiter. Aus Butter, Zucker, Mehl, Eiern, Marsala, Zitrone und viel Erfahrung entsteht ein Biskuit, das deutlich schneller verschwindet, als man geplant hatte.

Butter, Zucker, Mehl, Eier, Marsala und Zitrone: Bei La Fugascina sind die Zutaten einfach. Genau darum merkt man sofort, ob jemand sein Handwerk versteht.

Butter, Marsala und Mergozzo

La Fugascina ist ein traditionelles Biskuit aus Mergozzo, am kleinen Lago di Mergozzo, nur einen Steinwurf vom Lago Maggiore entfernt. Es ist knusprig, mürbe, duftet nach Butter, Zitrone und Marsala und gehört zu jenen Gebäcken, bei denen man nach dem ersten Stück ziemlich sicher falsch einschätzt, wie viel noch übrig bleibt.

Der Forno wurde 1957 von Osiride Baroni und seiner Frau Giovanna Colombo übernommen. Osiride brachte seine Erfahrung und sein Können mit und erwarb von den früheren Besitzern das Rezept der traditionellen Fugascina. Bald wurde die Bäckerei zu einer wichtigen Adresse für diese typische Spezialität aus Mergozzo.

Heute führen Tochter Patrizia und ihr Mann Giordano die Tradition weiter. Die Fugascina bleibt dabei kein modisches Feingebäck mit komplizierter Geschichte, sondern ein ehrliches Butterbiskuit: gross gebacken, in Stücke geschnitten, knusprig an der Oberfläche und innen mürbe genug, dass man besser nicht im schwarzen Pullover darüber spricht.

Die Zutaten sind klassisch: Butter, Zucker, Weizenmehl, Eier, Marsala, Zitrone und Hefe. Entscheidend ist aber nicht die Liste, sondern das Verhältnis, die Verarbeitung und das Backen. Gute Fugascina muss süss sein, aber nicht klebrig. Butterig, aber nicht schwer. Knusprig, aber nicht trocken. Also genau diese kleinen Widersprüche, an denen man merkt, ob ein Rezept wirklich sitzt.

Ein wichtiger Tag für die Backtradition in Mergozzo ist der 4. Juli, das Fest der heiligen Elisabeth. Dann bringen Familien ihre hausgemachte Fugascina in die Bäckerei, um sie dort backen zu lassen. Für das Backen geben sie eine Spende, deren Erlös der Kirche Sant’Elisabetta zugutekommt. Ein schöner Brauch: Dorf, Ofen, Familie, Kirche und Biskuit in einer ziemlich sympathischen Reihenfolge.

La Fugascina passt zum Kaffee, zu einem Glas Süsswein, zu Zabaglione, zu Früchten oder einfach zu einem ruhigen Moment am Nachmittag. Wobei «ruhig» relativ ist. Wenn die Packung einmal offen ist, entsteht am Tisch meist eine gewisse Betriebsamkeit.

Der Teig wird grossflächig vorbereitet und gebacken. Erst danach wird die Fugascina in Stücke geschnitten, am besten so, dass niemand merkt, welches das grösste ist.

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