
Moriondo Virginio
Mombaruzzo, Piemonte, Italien
Moriondo Virginio steht für weiche Amaretti di Mombaruzzo, wie sie im Piemont seit Ende des 18. Jahrhunderts berühmt sind. Bei Moriondo werden sie noch immer von Hand geformt und einzeln ins typische Papier gewickelt. Mandeln, Aprikosenkerne, Zucker und Eiweiss: mehr braucht es nicht, wenn das Rezept sitzt.


Handarbeit bis zum Schluss: Die Amaretti werden geformt, gebacken und einzeln ins Papier gewickelt. Genau dieses Bonbonkleid gehört zu Mombaruzzo wie der Duft nach Mandeln.
Die weichen Amaretti aus Mombaruzzo
Moriondo Virginio steht für Amaretti di Mombaruzzo, diese weichen, duftenden Mandelgebäcke aus dem Piemont. Aussen leicht goldgelb, innen weich und feucht, mit einem feinen Spiel zwischen Süsse und Bitterkeit. Das sind keine trockenen Knusperbicotti, die man erst in Kaffee ertränken muss, damit sie wieder sprechen können.
Die Geschichte führt zurück ans Ende des 18. Jahrhunderts. Nach der Familienerzählung war Francesco Moriondo Verwalter bei der königlichen Familie in der Sommerresidenz «La Mandria» bei Venaria. Dort lernte er eine junge Sizilianerin kennen, die als Pâtissière bei der königlichen Familie arbeitete. Sie brachte ein Rezept für Gebäck aus süssen und bitteren Mandeln mit. Aus dieser Verbindung zwischen Piemont und Sizilien entstand der Amaretto di Mombaruzzo.
Der Name ist kein Zufall. «Amaretti» heisst sinngemäss «die kleinen Bitteren». Gemeint ist nicht unangenehme Bitterkeit, sondern diese feine mandelige Spannung, die das Gebäck erst interessant macht. Nur süss kann jeder. Süss mit Charakter ist schon schwieriger.
In Mombaruzzo wurde daraus eine Spezialität. Die Produktion begann 1798 im kleinen Familienbetrieb der Moriondos, und die Amaretti wurden bald für ihre besondere Weichheit und ihren intensiven Geschmack bekannt. Später teilte sich der Familienbetrieb in zwei Linien auf, beide mit dem Namen Moriondo und nur wenige Häuser voneinander entfernt. Wir haben uns für die kleine, handwerkliche Linie entschieden.
Bei Moriondo wird noch immer nach alter Art gearbeitet. Die Amaretti werden von Hand gemacht und einzeln ins Papier gewickelt, das ihnen diese traditionelle Bonbonform gibt. Gerade dieses Wickeln ist mehr als hübsche Nostalgie: Es schützt das Gebäck und bewahrt die weiche, aromatische Konsistenz.
Die Zutatenliste ist kurz: Mandeln, Aprikosenkerne, Zucker und Eiweiss. Kein Mehl, keine Hefe, kein unnötiges Drumherum. Die Mandeln werden fein verarbeitet, mit Zucker und Eiweiss vermengt, geformt und gebacken. Entscheidend ist, dass der Amaretto nicht trocken wird, sondern seinen weichen Kern behält. Das klingt einfach. Ist es natürlich nicht, sonst gäbe es mehr gute Amaretti.
Diese Amaretti passen wunderbar zu Espresso, Tee, Moscato d’Asti, Marsala oder einem Glas Vin Santo. Auch in der piemontesischen Küche spielen sie eine schöne Rolle: im Bunet, dem Schokoladepudding mit Amaretti, in gefüllten Pfirsichen oder manchmal sogar im Fritto misto piemontese. Wobei wir ehrlich sind: Meistens kommen sie gar nicht so weit. Die Packung ist vorher offen, und dann geht es schnell.
Das Schöne an Moriondo ist genau diese Mischung aus Geschichte, Handarbeit und Geschmack. Ein kleines Gebäck, das seit über zweihundert Jahren nicht erklären muss, warum es gut ist. Man wickelt es aus, riecht daran, beisst hinein, und die Sache ist erledigt.


Mombaruzzo, Familie und Papierarbeit: Bei Moriondo wird jedes Amaretto einzeln verpackt.
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