Podere il Palazzino

Monti in Chianti, Toscana, Italien

Podere il Palazzino liegt in Monti in Chianti, nahe Gaiole, in einer der schönsten und stärksten Zonen des Chianti Classico. Seit Christoph das Weingut 1982 kennenlernte, gehört es zu den festen Schmuckstücken unseres Sortiments. Alessandro Sderci blieb über Jahrzehnte der Sangiovese treu und schuf mit dem Grosso Sanese einen der grossen, langlebigen Weine des Chianti. Heute führt sein Sohn Edoardo die Arbeit weiter, während Sandro mit kritischem Blick präsent bleibt.

Die Hügel von Monti in Chianti mit Rebbergen, Olivenhainen und Wäldern gehören zu den schönsten Landschaften der Toscana.

Sangiovese, Monti und grosse Beständigkeit

Podere il Palazzino liegt in Monti in Chianti, nahe Gaiole, im südlichen Teil des Chianti Classico. Die Hügel der Monti di Chianti mit ihren Weinbergen, Olivenhainen und Wäldern gehören für uns zu den schönsten Landschaften Italiens. Das allein macht noch keinen guten Wein, aber es hilft natürlich, wenn man beim Arbeiten nicht gerade auf ein Industriegebiet schaut.

Die Familie Sderci besitzt das Gut seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Später übernahm Alessandro Sderci die Verantwortung, auch wenn er lange parallel als Banker arbeitete. Die Passion für das Familienweingut liess ihn nie los. Behutsam baute er den Betrieb aus, ohne ihn zu verbiegen. Heute umfasst Podere il Palazzino rund 15 Hektaren Rebfläche, klein genug, um jedes Detail im Blick zu behalten, gross genug, um mehrere Lagen eigenständig zu zeigen.

Christoph lernte das Weingut 1982 kennen. Seit damals ist Palazzino eines der Schmuckstücke unseres Sortiments geblieben. Nicht aus Nostalgie, sondern weil die Weine immer wieder zeigen, was Beständigkeit bringen kann. Alessandro hat nie jedem Trend nachgegeben. Keine hektische Sortensammlung, kein internationaler Stil, kein Holztheater. Die Grundlage blieb Sangiovese.

Am Anfang stand eine der grossen Chianti-Lagen in Monti und ein in den 1970er-Jahren mit Sangiovese bepflanzter Rebberg. Aus dieser Lage entstand der Grosso Sanese. Für uns ist er einer der grossen Sangiovese-Weine des Chianti. Er zeigt die südliche Lage, die Nähe zur wärmeren Seite der Toscana und gleichzeitig die Struktur des Chianti Classico: samtige Frucht, Kraft, Volumen, Würze und die Fähigkeit, mit den Jahren immer schöner zu werden.

Nach zehn Jahren Reife gehört der Grosso Sanese regelmässig zu den Weinen, die erklären, warum man Sangiovese nicht unterschätzen sollte. Jung kann er dicht und ernst wirken, mit Luft öffnet er sich. Mit Reife kommen Leder, Tabak, dunkle Kirsche, Erde, Kräuter und diese ruhige Tiefe, die kein schneller Wein imitieren kann.

Daneben steht der Argenina, aus etwas üppigeren Lagen Richtung San Giusto. Er wirkt oft runder, fruchtvoller und molliger, ohne die Sangiovese-Herkunft zu verlieren. Heute läuft er als Chianti Classico Gran Selezione und zeigt eine andere Seite des Guts: weniger streng als Grosso Sanese, aber ebenfalls mit Substanz und Länge.

Im Keller arbeitet Palazzino weiterhin mit grossem Holz, in dem die Weine langsam ihre Reife finden. Für den Grosso Sanese hat das Barrique schon seit vielen Jahren seinen Platz, aber nie als Verkleidung. Holz soll hier stützen, nicht schminken. Die Weine bleiben rotfruchtig, würzig und getragen von Sangiovese, nicht von Toast und Vanille.

Alessandro ist ein äusserst kritischer Degustator. Einer, der jedem Jahrgang das Beste abringen will und trotzdem nie ganz zufrieden ist. Das ist vielleicht nicht immer verkaufsförderlich, aber beruhigend. Gefährliche Selbstzufriedenheit hat in diesem Keller wenig Chancen.

Inzwischen hat Edoardo Sderci die Verantwortung im Betrieb übernommen. Sandro bleibt als wacher, kritischer Supervisor präsent. Das ist eine gute Mischung: Erfahrung, Skepsis, nächste Generation und eine klare Linie. Palazzino muss sich nicht neu erfinden, um relevant zu bleiben. Es muss nur weiterhin das tun, was es seit Jahrzehnten gut macht: Sangiovese ernst nehmen.

Typische Produkte dieses Produzenten