Staud’s

Wien, Wien, Österreich

Staud’s ist eine Wiener Institution am Brunnenmarkt in Ottakring. Die Wurzeln reichen bis 1883 zurück, als Hans Stauds Urgrossvater mit Obst und Gemüse handelte. Hans Staud gründete 1971 das heutige Unternehmen und machte aus Früchten, Gemüse, Marillen, Gurken und viel Wiener Eigensinn eine der grossen Adressen für Konfitüren, Kompotte und feinsaure Spezialitäten. Heute führen Stefan Schauer und Jürgen Hagenauer diese Tradition weiter.

Wiener Früchte, Gurken und ein bisschen Schmäh

Staud’s gehört zu Wien wie der Brunnenmarkt zu Ottakring. Die Wurzeln des Familienbetriebs reichen bis ins Jahr 1883 zurück, als am Brunnenmarkt bereits mit Obst und Gemüse gehandelt wurde. Genau dort, im 16. Wiener Gemeindebezirk, steht bis heute der Staud’s Pavillon, liebevoll «Standl» genannt.

Das heutige Unternehmen gründete Hans Staud 1971. Er begann, mitten in Ottakring Obst und Gemüse zu veredeln. Marillen, Gurken, Kompotte, Konfitüren, eingelegtes Gemüse: Aus dem Marktgeschäft wurde Schritt für Schritt eine Wiener Institution. Nicht steril, nicht glatt, sondern mit dieser Mischung aus Qualität, Eigensinn und Schmäh, die man schwer kopieren kann.

Heute umfasst das Sortiment über 230 süsse und feinsaure Spezialitäten. Das ist schon eine ziemlich österreichische Zahl. Wer sich dort nur schnell ein Glas Marmelade holen will, kommt leicht mit Gurken, Kompott, Röster, Konfitüre, Chutney und vielleicht einer kleinen Entscheidungskrise wieder heraus.

Besonders schön ist die österreichische Liebe zu Kompotten und Röster. Marillenröster, Zwetschkenröster, Weichselkompott oder Preiselbeeren gehören zu Palatschinken, Kaiserschmarren, Knödeln, Topfen, Wild, Käse oder schlicht zu Joghurt. Wir sind da etwas weniger kaiserlich unterwegs, aber nicht weniger überzeugt: Ein gutes Kompott kann auch ohne Operettenküche sehr glücklich machen.

Staud’s arbeitet mit Früchten und Gemüse, die ihren Geschmack behalten sollen. Die Gläser sind nicht einfach süss oder sauer, sondern sortentypisch, klar und sorgfältig gemacht. Bei den limitierten Sorten wurde schon früh die Herkunft der Früchte auf dem Etikett genannt, lange bevor solche Details überall als Verkaufsargument entdeckt wurden.

Die feinsauren Spezialitäten sind für uns fast genauso wichtig wie die süssen. Gurken, Paprika, Pfefferoni, Zwiebeln, Mixed Pickles und andere eingelegte Gemüse bringen genau das, was viele Teller brauchen: Säure, Biss und Frische. Zu kaltem Fleisch, Käse, Raclette, Fondue, Wurst, Sandwiches oder einfach direkt aus dem Glas. Man muss nicht alles komplizierter machen, als es ist.

Heute führen Stefan Schauer und Jürgen Hagenauer die Staud’s GmbH. Sie bringen neue Ideen in ein Unternehmen, das zugleich stark in Wien verankert bleibt. Bio-Linie, zuckerreduzierte Fruchtaufstriche und neue Konzepte wie die Apfelsüsse zeigen, dass Staud’s nicht einfach im Traditionsglas stehen bleibt.

Für uns ist Staud’s eine dieser Marken, die man schnell unterschätzt, weil sie so bekannt ist. Aber genau hier liegt die Kunst: ein grosses Sortiment, viel Tradition und trotzdem Produkte, die im Glas sauber, fruchtig und eigenständig bleiben. Eine österreichische Institution also. Und ja, manchmal hat Österreich bei Kompott und Gurken einfach die Nase vorn.

Marillenernte am Venusberg in der Wachau und der Staud’s Pavillon am Brunnenmarkt: zwei Orte, an denen man sehr gut versteht, warum Wien und Frucht so gut zusammenpassen.

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