Podere il Saliceto

Modena, Emilia-Romagna, Italien

Podere il Saliceto liegt in Campogalliano, am Fluss Secchia, im Herzen der Lambrusco-Zone bei Modena. Gian Paolo Isabella und Marcello Righi haben den Betrieb ab 2004/2005 aufgebaut und zeigen, dass Lambrusco nicht süss, billig und belanglos sein muss. Sorbara, Salamino, Trebbiano Modenese und Malbo Gentile wachsen hier auf alluvialen Böden und werden mit Handarbeit, kleinen Tanks und viel Sinn für Frische, Salz und Trinkfluss verarbeitet.

Reben bei Campogalliano und Lambrusco im Glas: Bei Saliceto geht es nicht um süsse Massenware, sondern um Frische, Säure, Frucht und diesen herrlichen Trinkfluss.

Lambrusco, aber bitte ernst genommen

Podere il Saliceto liegt in Campogalliano, am Fluss Secchia, in der Ebene von Modena. Gleich daneben liegen die Casse di Espansione und die Laghi Curiel, eine Landschaft aus Wasser, alten Flussarmen, Schwemmböden und offenen Feldern. Das ist nicht die dramatische Bergkulisse der Weinprospekte, aber für Lambrusco ist es genau richtig.

Gian Paolo Isabella und Marcello Righi haben Podere il Saliceto ab 2004/2005 aufgebaut. Sie kamen nicht aus einem grossen Familienweingut, sondern entschieden sich bewusst für dieses Projekt. Die ersten eigenen Weine kamen 2008 auf den Markt. Das gefällt uns: kein ererbter Glanz, sondern zwei Leute, die eine Idee hatten und sie mit viel Arbeit in den Boden setzten.

Die Rebberge liegen teils um die Kellerei im Gebiet Albone, teils in Saliceto Buzzalino. Die Böden sind alluvialen Ursprungs, locker, tiefgründig, mit Sand, Schluff und je nach Lage auch kompakteren, tonigeren Anteilen. Solche Unterschiede sind wichtig, denn Lambrusco ist nicht einfach Lambrusco. Sorbara will anders gelesen werden als Salamino, und Malbo Gentile hat nochmals seinen eigenen Kopf.

Im Rebberg wird mit tieferen Erträgen, dichter Pflanzung und viel Handarbeit gearbeitet. Die Reben sind nach Guyot oder Kordon erzogen, je nach Sorte und Lage. Die Lese erfolgt von Hand, damit die Trauben ganz und sauber in den Keller kommen. Das klingt bei Schaumwein vielleicht nebensächlich, ist es aber nicht. Schlechte Trauben ergeben auch mit Bläschen keinen guten Wein.

Im Keller bleiben die Mittel bewusst klein: Zement und Edelstahl, keine grosse technische Show. Ziel ist Frische, Saftigkeit, saubere Frucht und eine klare Handschrift. Saliceto will Lambrusco nicht verkleiden, sondern zeigen, wie gut er sein kann, wenn man ihn nicht als billiges Nebenbei behandelt.

Lambrusco di Sorbara ist dabei die feinere, hellere, nervigere Sorte im besten Sinn. Er bringt Farbe, die manchmal fast zu wenig scheint, dafür aber Säure, rote Beeren, Blüten und diese vibrierende Frische. Salamino ist dunkler, fruchtiger, etwas breiter und direkter. Zusammen oder getrennt zeigen sie zwei Seiten der Modeneser Tradition.

Besonders schön ist, dass Saliceto auch Trebbiano Modenese und Malbo Gentile ernst nimmt. Das sind keine Sorten, mit denen man auf internationalen Weinkarten sofort Applaus bekommt. Aber genau darum sind sie spannend. Sie gehören hierher. Und wer ein Gebiet verstehen will, muss auch seine weniger lauten Sorten beachten.

Für uns ist Podere il Saliceto ein wichtiger Produzent, weil er Lambrusco aus dem Klischee befreit. Kein klebriger roter Schaum für Pizzerien mit Neonlicht, sondern trockene, lebendige, präzise Weine für Salumi, Tortellini, Lasagne, Bollito, Parmigiano, Tigelle und alles, was Fett, Salz und Freude am Tisch mitbringt.

Guter Lambrusco ist kein Kompromiss. Er ist einer der besten Essensbegleiter Italiens. Er kühlt, reinigt, hebt, macht durstig und verschwindet leider oft schneller aus der Flasche, als man geplant hatte. Bei Saliceto ist das kein Unfall, sondern Methode.

Typische Produkte dieses Produzenten