Domaine Joliet

Fixin, Bourgogne, Frankreich

Domaine Joliet steht für den Clos de la Perrière in Fixin, eine historische Monopollage, die seit 1853 in Familienbesitz ist. Bénigne Joliet hat den Clos wieder auf jenes Niveau geführt, das ihm historisch zugeschrieben wurde. Heute ist Tochter Camille im Betrieb angekommen und führt die Geschichte weiter. Neben den Weinen des Clos gibt es neu auch die Maison Joliet: eine kleine, streng selektionierte Auswahl burgundischer Weine, die den Stil der Familie über Fixin hinaus zeigt.

Clos de la Perrière und die nächste Generation

Mit den Weinen von Domaine Joliet wagten wir einst den Einstieg in den Handel mit den hocheleganten Gewächsen aus dem Burgund. Und das war keine schlechte Tür, um hineinzukommen: Fixin, Clos de la Perrière, Monopollage, Geschichte bis zu den Zisterziensern und Weine, die ein klares Zentrum haben, elegant fliessen und lange nachklingen.

Der Clos de la Perrière ist seit 1853 im Besitz der Familie Joliet. Seine Geschichte reicht aber viel weiter zurück. Bereits 1142 liessen sich hier Zisterzienser nieder und begannen mit dem Bau des Manoir de la Perrière. Später wurden hier die Weine des Clos vinifiziert und ausgebaut. Der Clos blieb, ähnlich wie der Clos de Tart, als geschlossene Monopollage erhalten.

Historisch genoss der Clos de la Perrière einen aussergewöhnlichen Ruf. Im 19. Jahrhundert wurde er zeitweise auf Augenhöhe mit den ganz grossen Lagen Burgunds gesehen. Der Marquis de Montmort, damaliger Besitzer, soll den Clos de la Perrière zum gleichen Preis verkauft haben wie Chambertin. Solche Vergleiche sollte man nicht zu oft bemühen, sonst wird es schnell pathetisch. Aber sie zeigen, welchen Rang diese Lage einmal hatte.

Bénigne Joliet hat ab 1993 viel daran gesetzt, diese Reputation wieder ernst zu nehmen. Die Domaine produziert im Kern die Weine des Clos de la Perrière: Fixin Premier Cru in Rot aus Pinot Noir und in sehr kleiner Menge auch Weiss aus Chardonnay. Rund 4,5 Hektaren sind mit Pinot Noir bepflanzt, etwa 0,5 Hektaren mit Chardonnay. Vom weissen Clos gibt es entsprechend nur sehr wenige Flaschen.

Heute ist auch Camille Joliet im Betrieb angekommen. 2022 kehrte sie aus Kanada zurück und arbeitet seither an der Seite ihres Vaters. Damit ist die Nachfolge nicht nur ein Satz für die Zukunft, sondern im Alltag bereits sichtbar. Camille bringt eine neue Energie mit, ohne die Herkunft des Clos zu verwässern. Genau so muss Generationenwechsel im Burgund funktionieren: nicht alles anders machen, aber auch nicht alles in Bernstein giessen.

Neu wurde auch die Maison Joliet wiederbelebt. Bénigne hatte schon früher den Wunsch, den Stil der Familie über den Clos hinaus zu zeigen. Mit Camille bekam dieses Projekt neuen Schwung. Die beiden probierten über 60 ungeschminkte, noch nicht fertig aufbereitete Weine und wählten nur eine kleine Handvoll aus. Daraus entstand die erste Auswahl der Maison Joliet, von regionalen Burgundern bis zu Village- und Premier-Cru-Weinen.

Das ist wichtig: Maison Joliet ist kein beliebiger Zukauf mit schönem Etikett. Camille und Bénigne suchen Weine, die zu ihrer Vorstellung von Burgund passen: präzis, klar, ohne unnötige Schminke und mit erkennbarem Terroir. Die Domaine bleibt der Clos de la Perrière. Die Maison öffnet das Fenster zu anderen Lagen Burgunds.

Für uns macht das Domaine Joliet heute noch spannender. Da ist einerseits die historische Tiefe des Clos, andererseits Camille, die neue Bewegung hineinbringt. Burgund ist ja manchmal etwas gut darin, sich selber sehr ernst zu nehmen. Bei Joliet hat man den Eindruck: Die Geschichte ist gross, aber die Arbeit im Keller und im Rebberg zählt am Ende mehr.

Winterruhe und Ernte im Clos de la Perrière: Bei Joliet geht es um eine Lage, die seit Jahrhunderten denselben Kern hat und heute von Bénigne und Camille weitergeführt wird.

Typische Produkte dieses Produzenten