Domaine Stéphane Guion

Bourgueil, Loire, Frankreich

Die Domaine Stéphane Guion in Benais gehört zu den stillen Grössen von Bourgueil. Seit 1965 arbeitet die Familie biologisch, heute ist der Betrieb auch Demeter-zertifiziert. Auf rund 8,5 Hektaren entstehen Cabernet-Franc-Weine voller Frucht, Würze, Frische und feinherber Tannine. Keine rustikale Loire-Kante, keine üppige Schminke, sondern Essensbegleiter mit Energie, Eleganz und erstaunlichem Reifepotenzial.

Cabernet Franc aus Benais

Die eigentliche Heimat des Cabernet Franc und eine seiner schönsten Ausprägungen haben wir bei Stéphane Guion in Bourgueil gefunden. Seine Weine kommen aus Benais, im Herzen der Appellation, auf Böden aus Ton-Kalk und Kies. Genau diese Mischung gibt den Weinen Frucht, Würze, Frische und dieses feine, manchmal fast graphitartige Rückgrat.

Die Domaine Guion wurde in den frühen 1950er-Jahren von Jean und Yolande Guion gegründet. Damals war der Hof noch in Mischkultur bewirtschaftet. Bereits 1965 entschieden sich die beiden für den biologischen Anbau nach der Methode Lemaire-Boucher. Damit gehörten sie zu den frühen Bio-Pionieren im Loire-Tal, lange bevor «bio» ein Verkaufsargument war.

Stéphane übernahm das Familienweingut 1994, nach einer Ausbildung in Weinbau und Önologie, Erfahrungen im Bordelais und einer Zeit als Kellermeister im Chinonais. Er führte den Weg seiner Eltern weiter und stellte den Betrieb später auf Biodynamie um. Seit 2021 ist die Domaine Demeter-zertifiziert.

Heute umfasst der Betrieb rund 8,5 Hektaren. Im Zentrum steht Cabernet Franc, jene Sorte, die an der Loire so wunderbar zwischen wilder Beerenfrucht, Kräuterwürze, Saftigkeit und kühler Struktur spielen kann. Bei Guion wirkt sie nie grob und nie überladen. Die Weine haben Energie, aber auch Schliff.

Auch wenn Guions Weine jung mit ungestümer Frucht viel Freude machen und fast aus dem Glas springen, werden sie mit zunehmendem Alter feiner, würziger und länger. Gerade der Lagenwein «Des Deux Monts» zeigt das eindrücklich. Er stammt aus alten Cabernet-Franc-Reben der Terroirs Petit Mont und Grand Mont und gehört zu den Weinen, die jung wunderbar schmecken und trotzdem so wirken, als hätten sie für die nächsten Jahrzehnte noch einiges vor.

Das ist für uns die grosse Stärke von Stéphane Guion: Cabernet Franc, der essen will. Wilde Beeren, saftige Frucht, feine Würze, erfrischende Säure und Tannine, die Halt geben, ohne sich wichtig zu machen. Für Wurst, Lamm, Geflügel, Pilze, Linsen, Terrinen oder schlicht einen guten Teller mit etwas Herzhaftem ist das fast schon unanständig passend.

Die Reben stehen in Benais auf Ton-Kalk- und Kiesböden. Seit 1965 wird hier biologisch gearbeitet, heute biodynamisch. Das ist keine Mode, sondern Familiengeschichte.

Arbeit im Rebberg, Ruhe im Keller

Die Weinberge werden vom Ende des Winters bis zum Frühsommer vollständig bearbeitet und gepflügt. Danach arbeitet Stéphane nur noch unter dem Stock, während die übrigen Flächen begrünt bleiben. Das schützt den Boden, fördert das Leben im Rebberg und zwingt die Reben, tiefer zu wurzeln. Gute Weine entstehen selten auf bequemen Böden, und offenbar auch nicht aus bequemen Entscheidungen.

Geerntet wird von Hand. Das ist bei Cabernet Franc wichtig, weil die Sorte präzis gelesen werden will. Zu früh kann sie grün und kantig wirken, zu spät verliert sie jene Frische, die Bourgueil so schön macht. Stéphane sucht nicht den dicksten Wein, sondern den richtigen Punkt: reife Frucht, lebendige Säure, feine Gerbstoffe.

Im Keller arbeitet er mit einheimischen Hefen und ohne unnötige Eingriffe. Die Domaine beschreibt die Vinifikation ohne Zusatz von Hefen, Schwefel oder anderen Inputs, mit nur moderaten Schwefelgaben während des Ausbaus. Das Ziel ist kein technisches Naturwein-Getöse, sondern ein möglichst klarer Ausdruck von Cabernet Franc und Bourgueil.

Die Weine zeigen deshalb Charakter, ohne anstrengend zu sein. «Candide» ist oft der direkte, saftige Einstieg. «Authentique» bringt mehr Tiefe und Struktur. «Des Deux Monts» ist der Wein für Geduldige, mit mehr Dichte, Länge und Lagerpotenzial. Daneben gibt es auch Rosé und sogar Schaumwein aus Cabernet Franc, was zeigt, dass Stéphane diese Sorte nicht nur verwaltet, sondern wirklich verstanden hat.

Guion ist für uns einer dieser Betriebe, die man gerne im Sortiment hat, weil sie nicht erklären müssen, warum sie wichtig sind. Man macht eine Flasche auf, stellt etwas Gutes zu essen auf den Tisch, und plötzlich ist alles ziemlich klar.

Handlese, einheimische Hefen und eine Vinifikation ohne unnötige Eingriffe: Bei Guion soll Cabernet Franc nach Bourgueil schmecken, nicht nach Kellertrick.

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