Champagne Stéphane Fèvre

Ville-Sur-Arce, Aube, Frankreich

Stella und Stéphane Fèvre arbeiten in Ville-sur-Arce, im Herzen der Côte des Bar. Der Familienbetrieb blickt auf über 300 Jahre Weinbaugeschichte zurück, wurde ab 2017 auf biologische Produktion umgestellt und zeigt heute eine sehr eigenständige Aube-Handschrift: viel Pinot Noir, selektierte Parzellen, sanfte Vinifikation, natürliche Gärung, keine Schönung, keine Filtration und Champagner mit Frucht, Spannung und Herkunft.

Pinot Noir aus der Côte des Bar

Stella und Stéphane Fèvre arbeiten in Ville-sur-Arce, mitten in der Côte des Bar. Der Familienbetrieb ist seit über 300 Jahren mit dem Weinbau verbunden. Lange wurden die Trauben, wie in der Region üblich, an die Genossenschaft geliefert. Mit Stéphane kam ab 2012 ein anderer Blick auf den Betrieb: mehr Eigenständigkeit, mehr Arbeit an den Böden und schliesslich die Umstellung auf biologische Produktion.

2017 begann die offizielle Bio-Umstellung, 2020 folgte die erste biozertifizierte Ernte. Das Ziel war nicht einfach ein grünes Etikett, sondern lebendige Böden und Champagner, die stärker nach Ort, Jahr und Parzelle schmecken. Genau das merkt man den Weinen an.

Der Betrieb umfasst rund acht Hektaren Reben, davon ist der biologisch zertifizierte Teil mit etwa 5,7 Hektaren ausgewiesen. Pinot Noir prägt den Stil deutlich und macht den grössten Teil der Pflanzungen aus. Dazu kommen etwas Chardonnay und eine kleine Menge Pinot Blanc. Das passt zur Côte des Bar, wo Pinot Noir traditionell eine viel wichtigere Rolle spielt als weiter nördlich an der Côte des Blancs.

Im Keller arbeitet Stéphane bewusst sanft. Die Vinifikation erfolgt mit möglichst wenig Eingriffen, mit natürlichen Hefen, natürlicher malolaktischer Gärung, ohne Schönung und ohne Filtration. Einige Cuvées werden in Eichenfässern auf der Feinhefe ausgebaut, bevor sie auf der Flasche weiterreifen. Das ergibt Champagner, die nicht technisch glatt wirken, sondern lebendig, fruchtig, würzig und gleichzeitig präzis.

Besonders spannend sind die Parzellenchampagner. «Eproué» stammt aus einer Pinot-Noir-Parzelle auf Ton-Kalk-Boden am unteren Hang, mit Kimmeridge-Einfluss und Westausrichtung. «Bicheret» und «Fiole Ouest» zeigen weitere Facetten von Pinot Noir aus Ville-sur-Arce. «Composition» ist dagegen eine Assemblage aus ausgewählten Parzellen des Ortes und zeigt den Stil des Betriebs in zugänglicherer Form.

Am Anfang war die Zuteilung so klein, dass wir die Lieferung fast lieber selber getrunken hätten. Inzwischen ist etwas mehr da, zum Glück. Denn diese Champagner zeigen sehr schön, was die Aube kann, wenn nicht einfach Traubenmaterial geliefert wird, sondern ein Winzerpaar mit eigener Idee dahintersteht.

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