
Franck Balthazar
Cornas, Rhône, Frankreich
Franck Balthazar gehört heute zu den gesuchten Namen in Cornas. Das kleine Familienweingut wurde von seinem Grossvater Casimir gegründet und 2002 von Franck übernommen. Besonders kostbar sind seine alten Syrah-Reben im Chaillot, darunter eine Parzelle von Noël Verset, Francks Onkel und einer der grossen Cornas-Ikonen. Franck arbeitet biologisch, traditionell: ganze Trauben, einheimische Hefen, Beton, alte Demi-Muids und Cornas mit Tiefe, Frucht, Würze und grosser Herkunft.


Cornas ist wild, steil und kompromisslos. Genau hier arbeitet Franck Balthazar mit alten Syrah-Reben, viel Handarbeit und einer ziemlich klaren Vorstellung davon, wie echter Cornas schmecken soll.
Cornas, alte Reben und Noël Verset im Hintergrund
Cornas ist eines dieser Gebiete, die nicht viel erklären müssen. Steile Granithänge, Syrah, kleine Terrassen, wenig Platz für Maschinen und noch weniger Platz für Bequemlichkeit. Namen wie Clape, Allemand und Verset haben gezeigt, wie gross und eigenständig diese Appellation sein kann.
Franck Balthazar gehört heute zu den gesuchten Winzern von Cornas. Das Weingut wurde von seinem Grossvater Casimir Balthazar gegründet. Sein Vater René führte den Betrieb weiter und begann in den 1970er-Jahren, einen Teil der Produktion selbst abzufüllen, damals noch in einer Zeit, in der vieles in Fässern an lokale Cafés verkauft wurde.
2002 übernahm Franck das Familienweingut. Er hatte zuvor nicht einfach auf den elterlichen Hof gewartet, sondern in einem anderen Beruf gearbeitet. Vielleicht erklärt das etwas von seiner ruhigen, konzentrierten Art. Er kam nicht zurück, um Cornas neu zu erfinden, sondern um es möglichst unverfälscht weiterzuführen.
Eine besondere Rolle spielt Noël Verset. Er war eine der grossen Figuren von Cornas und ist tatsächlich mit Franck Balthazar verwandt: Franck ist sein Neffe. Als Verset sich nach dem Jahrgang 2000 zurückzog, gab er seine Parzellen nur an Winzer weiter, denen er vertraute. Franck konnte von ihm eine alte Parzelle im berühmten Chaillot übernehmen, mit Syrah-Reben, die um 1914 gepflanzt wurden. Das ist nicht einfach eine schöne Fussnote, sondern ein Stück Cornas-Geschichte im Glas.
Der Chaillot ist heute die Spitzenlage von Balthazar. Alte Sérine, also kleinbeerige, alte Syrah-Klone, wachsen dort auf steilen Granitböden. Dazu kommen weitere Parzellen wie Les Mazards, La Côte und jüngere Pflanzungen in Légre oberhalb von Sabarotte. Insgesamt bleibt der Betrieb klein, nur wenige Hektaren, und genau das macht die Weine so rar.
Franck arbeitet seit 2010 biologisch, in vielen Quellen als zertifiziert beschrieben. Die Böden werden mit Pickel, Winde und viel Handarbeit bearbeitet. Wer Cornas kennt, weiss: Das ist kein romantisches Detail, sondern harte Arbeit an Hängen, an denen ein Traktor ungefähr so nützlich ist wie ein Sonnenschirm im Mistral.
Im Keller bleibt Franck nahe an der alten Schule. Ganze Trauben, einheimische Hefen, Gärung im Beton, Ausbau in alten 600-Liter-Demi-Muids und keine Schönung oder Filtration. Neues Holz spielt keine Rolle. Die Weine sollen nach Cornas schmecken, nicht nach Kellerambition.
Die Cuvée Casimir erinnert an den Grossvater und stammt vor allem aus Les Mazards und Légre. Der Chaillot ist der grosse, alte Wein des Hauses, mit Tiefe, dunkler Frucht, Pfeffer, Veilchen, Rauch, Fleischigkeit und dieser kühlen Granitspannung, die Cornas so besonders macht. Daneben gibt es in kleinster Menge auch einen Cornas «Sans Soufre Ajouté» aus jüngeren Reben in Légre.
Balthazars Weine sind kraftvoll, aber nicht schwerfällig. Sie haben wilde Frucht, Würze und Tiefe, bleiben aber erstaunlich klar und elegant. Das ist Cornas alter Schule, aber nicht staubig. Eher so, wie man sich grosse Syrah von der nördlichen Rhône wünscht: eigenständig, langlebig, etwas störrisch in jungen Jahren und mit der Zeit immer schöner. Also ein Wein, der nicht um Applaus bittet, sondern ihn irgendwann einfach bekommt.
Typische Produkte dieses Produzenten



